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16
Okt
09

Monotonie

Wenn man zu dieser Zeit aus dem Fenster schaut – und ich meine nicht die Uhrzeit, ja nicht einmal unbedingt die Jahreszeit – dann erblickt man, wo man auch hinsieht, Monotonie. Die Natur erscheint zu dieser Zeit in langweiligen Grautönen unter die sich nichtssagendes, mattes Grün mischt. Nieselregen oder gar Schnee verstärken den Eindruck der Langeweile, der fast schon bedrückend wird und uns dazu bringt, doch lieber mal zu Hause zu bleiben. Ins Nasskalt der Natur mischen sich die Leute, welche zumeist so wunderbar in dieses Bild zu passen scheinen. Gesenkte Köpfe, nichtssagende, graue Gesichter, unauffällige Klamotten, so eilen sie durch den Tag, trotz all der Monotonie gestresst. Und man selbst steht als Teil in dieser Masse. Es ist fast so, als wäre die ganze Welt auf schwarz-weiß gestellt, man selbst als einziger – wenn überhaupt – in Farbe. Doch leider lässt sich nichts daran ändern. Und zunächst wird diese Monotonie auch leider monoton steigend sein, bevor irgendwann vielleicht dann doch wieder etwas Farbe ins Leben kommt, die Menschen wieder fröhlicher und die Natur wieder bunter wird.

Doch bis dahin heißt es durchhalten und nicht im Meer aus Monotonie ertrinken.

15
Okt
09

Wenn Hobbys zur Arbeit werden…

Tjaa, so kann es gehen… Den ganzen Tag hat man zu tun, vernachlässigt seine Hobbys – und dann, kurz bevor man dann irgendwie doch mal langsam den verdienten Schlaf abholen will, klopft jemand von innen an die Stirn. Es klopft ganz leicht, nicht stark genug um zu schmerzen, aber doch stark genug, um nicht ignoriert werden zu können. Und man weiß natürlich, was dieses Klopfen zu bedeuten hat. Man fühlt sich schuldig. Es ist eine Art Schuldbewusstsein, die einem an das vernachlässigte Hobby erinnert.

Das schöne an einem Hobby ist ja die Freiheit. Man muss das Ganze nicht machen, wenn man gerade keine Lust darauf hat, darum ist es ja ein Hobby. Aber trotzdem fühlt man sich schlecht, wenn man mal einen Tag nicht dazu gekommen ist, sei es, weil man tatsächlich einiges um die Ohren hatte, oder weil man einfach nur gemütlich und faul war – was ja auch nicht schlecht sein muss, wie gesagt ist man schließlich einem Hobby gegenüber nicht viel schuldig. Es sollte also eigentlich kein Problem geben, nur machen wir uns eben eins. Völlig unnötige Unsicherheit bringt uns dann dazu, uns doch noch kurz hinzusetzen und unser Gewissen zu beruhigen, indem man dem Hobby ein paar wertvolle Minuten widmet.

Doch dabei kommt dann oft das eigentlich Problem zu Tage: man würde zwar gerne, um sich zu beruhigen und danach besser zu fühlen – aber es geht einfach nicht. Die Kreativität ist schon schlafen gegangen oder versteckt sich hinter der Faulheit, auf jeden Fall ist sie im Moment nicht zu greifen. Das wäre ja normal noch ein Grund, das Hobby einfach für den Tag sein zu lassen, aber das geht ja nicht, haben wir ja schon festgestellt. Denn dann kommt wieder das Gewissen und klopft uns von innen an die Stirn. Und ignorieren kann man das nicht. Wenn man es doch versucht, wird das Klopfen irgendwann schmerzhaft. Also, doch nochmal die Kreativität ankurbeln, den letzten Saft rauspressen, quetschen was geht. Ein bisschen voran kommen. Es muss ja nicht viel sein. Nur ein kleines Ergebnis, dafür braucht man ja wohl nicht viel Kreativität! Also, nochmal aufgerafft, die Kreativität gekitzelt und nach zehn Minuten der Arbeit (zu welcher das Hobby in diesem Moment tatsächlich wird) geht es dann aber ab in die Heia! Am nächsten Tag, wenn man sich dann wieder ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, kommt einem dann allerdings sehr häufig das Grauen. Zu wenig Kreativität gepaart mit zu viel Eile führen eben zu nichts…

Ich zum Beispiel habe heute den ganzen Tag nichts geschrieben. Was mich nun zu diesem Artikel bewegt. Bei mir ist aber nicht mein (nicht sehr ausgeprägtes) Gewissen schuld, sondern der kleine Kalender, der das heutige Datum weiß zeigen würde, wenn ich nicht doch noch etwas schreibe. Das ist ganz tragisch, ich finde den Effekt nämlich toll, dass die Daten, an denen ich etwas veröffentlicht habe, rot sind und wieder weiß werden, wenn man mit dem Cursor darüber geht. Und darum kommt es auch nicht in Frage, den Kalender von der Seite zu löschen, nur um in Zukunft solche Debatten über Untätigkeit zu vermeiden – es geht ja um den Effekt. Und darum ist dieser Kalender ganz tragisch. Aber der Grund ändert nichts an der Sache (was im Übrigen recht häufig der Fall ist). Denn das Hobby verliert seinen Sinn, wenn man es zu einer Pflicht macht.

Aber immerhin habe ich jetzt trotzdem um die 550 Wörter geschrieben, ohne etwas zu sagen – vielleicht sollte ich doch nochmal darüber nachdenken, Politik zu studieren.

PS: Aus gegebenem Anlass werdet ihr diesen Artikel garantiert NICHT in der Kategorie Kreativität! finden.

14
Okt
09

Schnee im Sommer!

Und auf ein neues wurde ich heute von meinem direkten Umfeld auf eine harte Glaubensprobe gestellt. Doch diesmal hatte es direkt etwas mit Mutter Natur zu tun, die offensichtlich Gefallen daran fand, ihren Spaß mit mir zu treiben. Hatten wir letzte Woche noch einen Tag mit 27° Celsius und somit rekordverdächtige Temperaturen dafür, dass immerhin schon Oktober ist, bot sich mir heute morgen, als ich noch im Halbschlaf aus dem Badezimmerfenster in den Morgen blinzelte, ein ganz anderes Bild: Schnee im Sommer. Ich dachte mir noch, das ist aber komischer Regen heute, als es mir dann kam: echter Schnee. Im Oktober. In München. Die spinnen doch! Da soll mir nochmal jemand mit Klimaerwärmung kommen, ich fass es ja echt nicht! Ich meine, Winter schön und gut, aber dürfte ich mich wenigstens darauf vorbereiten? Winterkleidung auspacken und so? Wird der Herbst dieses Jahr einfach völlig übersprungen? Das ist ja auch nicht wirklich sozial, ich meine der hat doch auch ein Recht auf seine 3 Monate! Stattdessen war es jetzt bis zuletzt sommerlich und urplötzlich schneit es, da kommt doch mein ganzer Biohaushalt durcheinander! Der Herbst war ja schon immer so ein Außenseiter unter den Jahreszeiten. Keiner mag ihn, und jetzt wird er einfach direkt abgeschafft, ist auch besser so für die Touristik. Sommersaison vorbei, machen wir gleich weiter mit dem Winter. Armer Herbst! Gut, Schnee ist auch nicht schlecht, man kann Snowboarden gehen und andere Wintersportarten machen, aber die Skisaison schon im Oktober zu eröffnen (so wie es in Oslo der Fall ist) macht mir definitiv Angst. Und hinzu kommt ja noch, dass die meisten Bäume nicht mal ihre Blätter verloren haben, ja, viele sogar noch grün sind! Das ist doch der eindeutige Beweis für einen übereilten Wintereinbruch, der sollte vor jedem Gericht standhalten. Das ist eine eindeutige Verschwörung! Und der Herbst ist wie immer der, der das ganze dann ausbaden muss.

Naja, dann mach ich mir jetzt eben einen Tee, ziehe mir Handschuhe und Mütze an, gehe hinaus und genieße das Schneegestöber. Das waren meine Gedanken. Aber so leicht ist das natürlich auch nicht. Es scheint irgendwie, als hätte sich Mutter Natur doch noch nicht ganz dazu durchgerungen, den Winter einzuläuten. Vielleicht ist ja doch noch ein Fünkchen Vernunft in ihr. Denn Schneegestöber wäre auch definitiv übertrieben. Und das ist ein Umstand, der die ganze Sache nochmal schlimmer macht. Ich meine, es schneit schon ganz gut, aber ans liegenbleiben denkt der Schnee gar nicht. Der Boden ist ja auch logischerweise noch viel zu warm! Und so haben wir so ein Zwischending und können dagegen auch nichts machen. Ganz große Klasse, gut gelungen!

Gut, immerhin besser als dieser ständige Regen…

08
Okt
09

Was ist denn schon normal?

Normal ist eine Stadt mit rund 50000 Einwohnern in Illinois, USA. Vielleicht ein bisschen klein, aber normal. Oder nicht? Aber abgesehen von irgendwelchen geographischen oder mathematischen Begriffen, deren Definitionen in solchen Mengen durch das Internet geistern, dass einem ganz dödelig wird, im Kopf, wenn man die Menge der Treffer in der Google-Suche sieht, bezeichnet das Wort eine Art Zustand, der beschreibt, dass das Bezugsobjekt nicht weit von der Norm abweicht. Und zwar ganz normal. Normale Buchstaben. Normales Deutsch. Oder eben durchschnittlich. Gleiche Bedeutung. Nur irgendwie noch negativer. „Durchschnittlich“. Und was ist das jetzt? Was heißt normal, wie weit ist „nicht weit“?

Ich meine, für einen ganz normalen 12-jährigen Jungen, ist es ganz normal, sich mit seinen Freunden zu treffen und im Park zu spielen. Für ein ganz normales Mädchen gleichen Alters mag es ganz normal sein, mit Puppen zu spielen. Ist spielen normal? Für einen durchschnittlichen Erwachsenen (der nebenbei bemerkt auch für Staat und Gesellschaft der angenehmste weil unauffälligste ist), ist es vielleicht sogar peinlich, zu spielen. Normal ist es aber normalerweise bestimmt nicht.

Eine ganz normale Frau findet es ganz normal, mehr als (nach Definition des ganz normalen Mannes) normal viele Schuhe zu besitzen. Der ganz  normale Mann findet es hingegen ganz normal, öfter als (diesmal nach Definition der – richtig – ganz normalen Frau) normal einen Trinken zu gehen. Aber wer ist diese ganz normale Frau, dieser ganz normale Mann, Junge, Mädchen?

Ich selbst bin für ganz normale Menschen alles andere als durchschnittlich oder ganz normal. Für nicht ganz so normale Menschen hingegen bin ich wahrscheinlich das Normalste, was es gibt. Ganz schön durchschnittlich.

Normal ist der, der vom Durchschnitt der Gruppe der er angehört (welche sowohl durch Alter und Geschlecht, als auch durch andere Faktoren bestimmt wird) nicht abweicht. Normal ist unauffällig. Normal ist gewöhnlich. Normal ist langweilig. Normal ist durchschnittlich. Aber ganz besonders ist normal selten. Ein ganz gewöhnlicher Mensch ist keinesfalls mehr normal…




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