Bevor hier irgendwer anfängt zu schreien, so frei nach dem Motto „Oh mein Gott, ist das denn überhaupt jugendfrei, was der da schreibt??“ Ja, es ist jugendfrei. Und nein, es geht nicht um Filme. Jedenfalls nicht in erster Linie. Es geht um Literatur. Klingt vielleicht nicht auf Anhieb einleuchtend, ich habe ja aber auch noch gar nicht angefangen. Also, Pornos gibt es ja schon ewig. Und in allen Formen, inzwischen gibt es sogar verschiedene Genres, sowas wie „Amateur“, „Hardcore“ oder, naja, ihr wisst ja, was ich meine. Pornos sind normal, was aber nicht heißt, dass sie in unserer Gesellschaft geachtet werden. Klar. So was macht man einfach nicht. Na gut, sagen wir, es gehört sich nicht, das ist eindeutiger. Aber was da schon viel mehr gesellschaftliche Achtung erfährt, obwohl das Thema das gleiche ist – ihr wisst es ja – sind so genannte erotische Geschichten. Literaturpornos. Geschriebene Bettgeschichten quasi. Das lesen viele, schreiben viele und es ist auch völlig legitim, wenn man sowas liest oder schreibt. Man wird nicht gleich schräg angeschaut. Warum? Nun, da gibt es viele Gründe, allerdings geht es hier nicht um das Warum. Um euch aber doch einen zu nennen und euren Wissensdurst ein wenig zu stillen: Menschenwürde.
Und natürlich gibt es in der Literatur auch wieder Unterteilungen. Man versucht ja immer, mit dem Medium Film mitzuhalten. So gibt es zum Beispiel die ganz normalen „erotischen Geschichten“. Der Name sagt eigentlich schon alles aus: eine Geschichte über ein spezielles Erlebnis, die eben besonders erotisch geschrieben ist. Sehr angenehm daran: man weiß, womit man es zu tun hat. Dagegen gibt es die sogenannten Fantasy- und Historienpornos (zugegeben, der Name ist nicht wirklich offiziell). Die sind da schon hinterhältiger. Getarnt als ganz normale Historienbände oder Fantasyromane, stürzen sie den nichtsahnenden Leser in eine Geschichte über die mehr oder minder dreckige Fantasie des Autors. Wobei da natürlich der Fantasyporno der Zeitgenosse ist, der nicht ganz so schlimm ist. Wer liest denn Fantasy? Jugend, richtig. Macht es denen was aus, wenn sie dann auf einmal auf eine erotische Geschichte stoßen? Meistens nicht. Der Historienporno allerdings führt, und natürlich ist er sich dessen voll bewusst, vor allem älteres Klientel, welches sich für Geschichte interessiert (was die meisten auch etwas prüde macht), ins Übel der Erotik. Einfach unverschämt. Stellt euch doch mal kurz vor, ihr lest ein Buch über Louis XIV und dann stoßt ihr auf eine Szene, naja, also… ähm… ja, Mätresse und so… Ihr wisst ja, was ich mein. Das ist doch einfach unfassbar, sowas.