Archiv der Kategorie 'Internet…'

19
Okt
09

Auf der Suche nach neuer Unterkunft.

So ein Aufwand, das hätte ich ja nie gedacht. Obwohl es jeder schon vorher prophezeit hatte. Aber da muss man ja nicht wirklich drauf hören, ich meine, die wollen einen doch bloß einschüchtern. Tja, inzwischen denke ich da anders… denn es hat sich bewahrheitet. Es ist ziemlich ernüchternd, eine neue Wohnung zu suchen. Nicht nur verdammt teuer ist diese Stadt, sodass man Probleme hat, eine Wohnung für unter 300 € pro Person (und sie sollte natürlich nicht zu verschimmelt sein…) zu finden. Nein, dann heißt es auch noch regelmäßig, dass WGs unerwünscht sind. Hallo? Das hat schon etwas von Diskriminierung, findet ihr nicht? Die armen kleinen Studenten werden immer schlechter behandelt. Sie haben weniger Rechte als ganz normale Normalverdiener. Sie haben zwar auch mehr Rechte als zum Beispiel Schüler, bekommen dafür aber meistens weniger Rabatt (etwa im Kino, Theater etc.). Aber es geht jetzt und hier gar nicht mal darum, dass Studenten benachteiligt werden. Sondern darum, dass München in Bezug auf Wohnungen sehr Studentenunfreundlich ist. Denn selbst wenn mal eine Wohnung “WG-geeignet” ist, muss nur ein halbwegs seriöser Verdienender oder noch besser Arbeitsloser daher kommen, und schon wird man als Student wieder abgeschrieben. Ist doch albern, sowas…

Gut, eventuell ist es auch einfach nicht so intelligent, zu Semesterbeginn eine Wohnung zu suchen, aber das tut ja jetzt mal überhaupt nichts zur Sache. Denn Fakt ist, dass München viel zu wenig freie Wohnungen für die immer weiter wachsende Zahl an Studenten hat. Und es kann sich halt nicht jeder leisten, im Monat 500 € für eine Wohnung auszugeben…

So sitzt man also mehr oder weniger täglich am PC, durchforstet das Internet und macht ab und zu sogar einen Besichtigungstermin aus. Und da geht man dann natürlich auch hin, ist ja für einen guten Zweck, da kann man seine Zeit ruhig auch mal für opfern. Und dann melden sich die Makler/Vermieter nicht mehr. Gut, das war ja fast zu erwarten, trotzdem ist sowas tierisch nervig. Und so sind wir jetzt schon seit einigen Wochen auf Wohnungssuche, ohne wirklich Fortschritte zu machen.

Aber mal sehen, was kommt…

10
Okt
09

Das Wunder der Kettenmail

Es ist immer wieder erstaunlich, was das Internet aus seinen Tiefen an den Tag bringt. Ich meine nicht nur irgendwelche Texte, Bilder, Filme, kurz Medien. Nein, viel mehr meine ich eine Art fast schon verzweifelten Irrglaubens, der vor allem bei der pubertierenden Jugend auftritt. So im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Aber auch ältere ZeitgenossInnen neigen immer häufiger dazu, ein solches Verhalten an den Tag zu legen. Und ich meine auch nicht die Schrift, DiE vOn So UlTrAhEiSsEn ChIcKaZ verwendet wird, auch nicht die Sprache, die schon sou quail iz, dass ich das fast nicht mehr ertrage. Das sind auch definitiv Sachen, die nicht gerade davon zeugen, dass Deutschlands Jugend intelligenter wird. Sie sind aber keine rein nationalen, sondern internationale Probleme. Wo das Internet verbreitet ist, ist auch diese Schrift und diese Sprache verbreitet. Was nicht gerade zum Vorteil des Internets gereicht. Aber ich möchte mich jetzt gar nicht darüber auslassen, das führt (wie so oft) nicht weiter. Stattdessen wollte ich ja eigentlich auf diesen phänomenalen Irrglauben eingehen, der mit dem Wort „Aberglaube“ mehr als nur ein wenig euphemistisch beschrieben wäre. Ich bin mir sicher, dass das Problem, welches ich nun ansprechen möchte, allseits bekannt ist: die Kettenmail. Es ist schon faszinierend, wie Jugendliche in ekstatischer Verzweiflung vor ihrem PC eingehen, aus Angst, sie werden die Liebe ihres Lebens nie kennen lernen, weil sie es nicht geschafft haben, eine Mail innerhalb von 20 Sekunden an 2.367 Leute weiterzuleiten. Oder aber sie haben es geschafft und springen in Folge dessen, fast ausflippend vor (Vor)Freude, erst im Zimmer, dann im ganzen Haus und schließlich in der Strasse auf und ab, jedem das unfassbare Glück schildern, dass sie innerhalb von 24 Stunden ereilen wird: ihr sehnlichster Wunsch wird in Erfüllung gehen, oh mann, klar, dass man sich da freut, wieso habe ich das denn bitte nicht gleich erkannt?! Nein, mal ehrlich, ich habe auch mal an sowas geglaubt – nur war ich da im Kindergarten! Wie alt sind diese Leute bitte? Gut, dass sie schon zwischen 14 und 16 Jahren auf der Welt sind, das habe ich ja schon weiter oben festgestellt (das war übrigens keine Studie, Statistik oder sonst irgend etwas wissenschaftliches, sondern lediglich eine Beobachtung meinerseits). Aber wie alt sind sie? Ich hätte schon längst den qualvollsten Tod sterben müssen, den sich der oberste Dämon der Hölle vorstellen kann, und ganz nebenbei noch alle Arten an schmerzlichen Krankheiten haben müssen, so viele Kettenmails habe ich schon ignoriert!

Aber ich lebe noch. Das sollte eigentlich Beweis genug sein, doch da kommen wir zum Kern der Sache. Das Ganze ist schlimmer Aberglaube, es ist nichts, was man als selbst Befallener objektiv betrachten oder gar steuern könnte. Wenn man an diese Kettenmailgeschichte glaubt, dann ist man vielleicht nicht unbedingt unschuldig daran, aber man ist auch definitiv nicht mehr in der Lage, daran etwas zu ändern. Alles was man tun kann, und das auch nur dann, wenn man erkannt hat, dass es eigentlich kompletter Schwachsinn ist, ist zu versuchen, diese Sache vor anderen Menschen zu verbergen. Man könnte zum Beispiel dazu übergehen, Kettenmails nur an Leute weiterzuschicken, die auch an sowas glauben…

Zum Glück bin ich – zumindest in dieser Hinsicht – nicht auf den Kopf gefallen…




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