Archiv der Kategorie 'Ganz Normales…'

18
Mar
10

Also, manchmal frage ich mich schon…

Tja, da fährt der liebe Valle mal wieder aus Spaß einen ganzen Tag mit der Bahn quer durch Deutschland – dieses mal sogar luxuriös im ICE – und wird prompt daran erinnert, warum er Zugfahren so hasst. Gut, ich bin nicht aus Spaß quer durchs Land gekurvt, es hatte einen Grund, und dass ich Zugfahren nicht mag liegt hauptsächlich daran, dass ich es schrecklich unbequem und langweilig finde. Aber darum geht es jetzt nicht. Ich meine, wenn mir die DB-homepage sagt, dass ich von Berlin nach München am Besten über Göttingen (wo direkt neben dem Bahnhof übrigens eine wunderschöne und große Öttingerbrauerei steht, die man vom Zug aus begutachten konnte), Hannover und Fulda fährt, dann, naiv wie ich bin, glaube ich der Seite einfach mal. Dauert ja auch nur 6 Stunden. Auf dem Papier. Naja, in diesem Fall eher auf dem Bildschirm.

Aber wie sollte es auch anders sein, Murphy is my friend und Bahnfahren macht einfach keinen Spaß. Und so kam es dann, dass die Fahrt dann etwas anders verlief, als geplant. Aber fangen wir vorne an. Etwas müde stieg ich gegen 11:30 in den ICE 599 in Richtung Stuttgart, um in Fulda, so das Vorhaben, in den ICE 789 umzusteigen und gemütlich gen Heimat zu zuckeln. Ich hatte sogar einen Platz. Am Fenster. Grandios. Und mehr oder minder zufrieden mit mir und der Welt (ach, das klingt ja jetzt furchtbar theatralisch) lehnte ich meinen Kopf zurück und döste bei beruhigender Musik der Band Demons and Wizards (sehr gut im Übrigen, aber darum geht es jetzt nicht, wie schon mal geschrieben mache ich keine Schleichwerbung) ein. Und so bekam ich auch die Durchsage nicht mit, die kurz darauf in schwer zu identifizierendem Dialekt von der Zugführerin durch das Abteil gesäuselt wurde. Ich wachte kurz vor öttingen auf und bemerkte nur, dass unser Zug 10 Minuten verspätung hatte. Naja, es geht bei der Bahn wohl nie pünktlich, dachte ich mir. Aber dann kam der Hammer. Hildesheim konnte nicht angefahren werden, der Zug wurde umgeleitet und würde danach schließlich 25 Minuten Verspätung haben. Und auf Wiedersehen, geliebter Anschlusszug 789 in Fulda. Der wäre dann unwiderruflich verpasst. Und darum war ich natürlich auch auf den Grund für diesen Umstand, der der Zugführerin, wie sie mehrfach ebtonte, übrigens sehr leid tat, gespannt und lauschte um so gespannter der nächsten Durchsage – und bin fast vom Stuhl gefallen, als mir und den anderen unschuldigen Reisenden erzählt wurde, dass in der Nähe von Hildesheim Kupferkabel gestohlen wurden und die Strecke deshalb nicht befahrbar sei. Kupferkabel? Gestohlen? Ich meine, ich habe ja gehört, dass Kupfer, der ja relativ wertvoll ist, gerne mal gestohlen wird und vor allem in östlicheren Regionen Europas (ohne jetzt Klichees füttern zu wollen, darum geht es ja gar nicht) Kupferkabel nicht besonders sicher sind. Aber bei Hildesheim? Ausgerechnet, wenn ich da lang fahren will? Ich war in diesem Moment stinksauer auf Murphy. Ich meine, können sich die Leute nicht einen anderen Zeitpunkt aussuchen, um ihre kleptomanischen Veranlagungen zu beruhigen? Keinen anderen Ort?

Doch aufregen hilft ja bekanntlich nichts und ist auch schlecht für die Nerven. Also wieder zurück gelehnt, als dann kurz vor Kassel von einem Personenunfall berichtet wurde, der den Zug wohl um wietere 20 Minuten verspäten würde. Wunderbar. Wenn, dann richtig.

Doch letztendlich sollte ich trotzdem, wenn auch mit einer Stunde Verspätung, in München ankommen, wo mich auch gleich frühlingshafte Temperaturen erwarteten. Trautes Heim. Ruhig war der Abend dennoch nicht…

11
Nov
09

(134340) Pluto

Was gibt es denn bitte schön in Illinois? Richtig, nichts. Keine nennenswerte Kultur, keine berühmten Personen, nicht mal eine Landschaft, die es für Touristen lohnenswert machen würde, ausgerechnet diesen Bundesstaat zu besuchen. Und natürlich gibt es auch keine bekannten Prominenten, ob tot oder lebend, aus Illinois. Umso stolzer waren die Illinoisaner, als im Februar 1930 Clyde W. Tombaugh eine riesige Entdeckung machte. Bereits Jahrhunderte lang forschten Naturwissenschaftler an einem Objekt, das neben anderen vor allem auf den Namen “trans-Neptun” hörte und bis dahin nur erahnt, nie aber wirklich gesichtet wurde. Tombaugh, der übrigens in Illinois geboren ist, schaffte es schließlich durch Zufall, diesen Himmelskörper zu fotographieren. Heute ist der Planet eher bekannt unter dem Namen Pluto und sein Entdecker wird in Amerika als Held gefeiert.

Man könnte ja auch wirklich stolz sein. Aber eben nur könnte. Denn – und wie sollte es auch anders sein – wurde Pluto der Planetenstatus im Jahre 2006 von der IAU aberkannt. Zu klein, zu weit weg, Umlaufbahn nicht kreisförmig genug, etc. Es herrschte eine riesige Debatte, denn mit der Entdeckung weiterer Trans-Neptun Objekte, die zum Teil von der Größe sogar an den Pluto heranreichen (Eris), wollten viele Mitglieder der IAU eine Definition des Begriffs “Planet”. Das ging dann ein bisschen so hin und her und am 24.08.2006 wurde der alten Definition ein Zusatz über die Masse eines Himmelskörpers beigefügt und ZACK war der Pluto nur noch ein Zwergplanet, ein Plutoid, um genau zu sein. Tja, liebe Amerikaner und ins besondere Illinoisaner, so schnell kanns gehen, wenn man nicht aufpasst. Und Pluto, da ja jetzt kein Planet mehr, bekam einen Zusatz zu seinem alten Namen und heißt jetzt: (134340) Pluto. Schön, nicht?

Nun, aber ihr ahnt, dass es damit noch nicht sein Ende genommen hatte. Denn die Amerikaner sind nicht dumm (schaut euch doch hierzu bitte mal das Video auf Youtube an, welches da heißt “Americans are NOT stupid” – es hat mir einige sehr lustige Minuten geschenkt ^^). Und so kamen die Regierung des Bundesstaates Illinois im Herbst 2009 auf die Idee, das ganze wieder rückgängig zu machen und den Pluto wieder in den Status eines vollwertigen Planeten zu erheben. Natürlich nur in ihrem Bundesstaat, alles andere wäre ja auch ein wenig größenwahnsinnig, aber immerhin. Ja, und so kam es dann, dass seit Herbst Illinois wieder einen Star hat – wenn gleich dieser auch nur dort als ein solcher gefeiert wird, weil er sonst ja definitionstechnisch keiner ist – quasi. Die spinnen die Amis.

Also Leute, ich geh mal eben ins Einwohnermeldeamt und sage denen, dass ET ab morgen bei mir wohnt.

10
Nov
09

Endlich wieder da

So, nach langer Zeit der Abstinenz bin ich nun auch wieder für euch zu haben. Und ja, es tut mir unglaublich leid… aber ihr müsst da auch ein wenig Verständnis für mich haben. Denn im Rahmen des Umzugs gab es natürlich (wie immer) Ineternetprobleme, die ehrlich gesagt immer noch nicht gelöst sind. Außerdem verlangt das Studium ja auch seine Zeit, dann war da noch der Umzug und so weiter. Zusätzlich beanspruchen auch meine Mitbewohner nun viel von meiner kostbaren und ohnehin schon knappen Freizeit. Ich hoffe ihr nehmt diese Entschuldigung an (und freut euch ganz dolle darüber, dass ich nicht einfach verschwunden bin).

Naja, und bevor jetzt hunderte Fragen (naja, hunderte sind übertrieben, aber hey…) aufkommen: Ja, der Umzug war super, ja die Wohnung ist toll. Ich habe sogar inzwischen alles eingeräumt (und das nach nur einer Woche, wo bleibt das Lob?!?). Und wir hatten schon eine Menge Spass, so gehört sich das ja auch, wir sind immerhin Studenten (okay, nicht alle aber ich will den Korbi ja jetzt nicht fertig machen ^^). Und das beste ist der rote Sessel, der seit heute sein neues zu Hause genau in meinem Zimmer hat, nachdem es ihm auf dem Sperrmüll doch ein wenig langweilig war… aber ich war sozial und hab ihn mitgenommen und jetzt steht er ganz unschuldig hinter mir und wartet, dass ich in seinem bequemen Kunstleder versinke. Er schaut mich schon ganz verführerisch an.

*Räusper* ja, gut, äh wo war ich? Ach, richtig. Nachdem ich jetzt wieder ein wenig mehr Zeit habe, werde ich versuchen sofern mein Internet geht, euch wieder möglichst oft mit meinen Gedanken zu beglücken.

Und mit dem Kalender fällt mir auch noch was ein, vielleicht mach ich einfach ein schönes schwarz-rotes Muster, was eint ihr?

Ich wünsche euch einen schönen November, viel Spaß in der Vorweihnachtszeit, euer Puppenspieler!

23
Okt
09

Offizielle Entschuldigung

So, jetzt hab ich den Salat. Genau das habe ich gemeint, als ich schrieb, dass es zu einem echten Problem werden kann, wenn das eigene Hobby zur Pflicht wird. Einen Tag habe ich nicht die Welt an meinen geistreichen Gedankengängen teilhaben lassen und schon fühlen sich einige besonders empfindliche Seelen (ohne das jetzt in irgend einer Weise negativ zu meinen) enttäuscht von mir. Es tut mir ja unendlich Leid, dass ich keine Maschine bin, die auf Knopfdruck seitenweise Text sinnvollen Inhalts ausspuckt. Mir kam halt etwas dazwischen. Ja, ich weiß, eine blödere Ausrede gibt es nicht (außer “Ich war gerade den Müll raustragen”, wie ich mir sagen ließ) aber es war dieses Mal tatsächlich so (vielleicht lest ihr ja demnächst sogar über meine wahnsinnig wichtigen Beschäftigungen, die ich so getrieben habe, statt zu schreiben). Besonders geht diese Entschuldigung an den Brausebär und die freie Dimension (mal wieder, ich glaube, die will hier nur eine besondere Stellung haben oder so was), denen das Fehlen eines Artikels gestern wohl sehr zugesetzt hat.

Ich hoffe, dass diese Entschuldigung angenommen und nicht veräppelt wird (ich bin da wirklich empfindlich), da sie ja sehr ernst gemeint und durchaus mit sehr viel Herzblut geschrieben wurde. In diesem Sinne, ich werde mein Bestes tun, in Zukunft nach Möglichkeit einen solchen Lapsus zu vermeiden (auch wenn das wohl kaum zu schaffen sein wird).

Demütigst und mit tiefstem Reuegefühl, euer Puppenspieler.

20
Okt
09

Bürokratie…

Ja, da setzt man sich als angehender Student in die Uni und was ist? Erstmal ungefähr 50 (in Worten fünfzig) Blätter, Kopien von irgendwas, was man dem armen Studenten halt so zumutet (dass der Student im allgemeinen und die Pharmazeuten im speziellen benachteiligt werden, habe ich ja schon festgestellt, aber , und ihr werdet es schon ahnen, es geht hier gar nicht darum!). Das heißt, man geht in die Uni, bewaffnet mit Block und Stift und kommt wieder raus – mit einer Wagenladung an Papier. Gut, das war jetzt ein wenig übertrieben, aber man muss das ja auch deutlich genug darstellen. Na, und dann muss man natürlich auch noch diverse Anträge stellen. Nämlich allein von der Uni her muss man sich schon mal um die Anmeldung (und ich rede hier nicht von der Immatrikulation) und den Bibliotheksausweis respektive andere Ausweise, Genehmigungen etc. kümmern. Das ist zum Glück auch relativ schnell geschehen, wir sind ja auf einem High-Tech-Campus, muss ja auch für irgendwas gut sein (neben den drei Beamern im Liebig-HS natürlich). Aber da fängt es ja auch erst an. Soll heißen, dass man sich jetzt auch mal um die neue Kundenkarte kümmern sollte, denn man muss ja auch irgendwie in die Uni fahren – und Stempeln ist in München nun wirklich ein bisschen zu teuer. Da heißt es dann natürlich auch erstmal ordentlich anstehen und schon wieder einen Antrag ausfüllen… na danke. Den Antrag auf Befreiung von Studiengebühren muss man natürlich auch stellen, nochmal einige Seiten Papier, zu denen man zusätzlich natürlich auch eine Kindergeldbescheinigung braucht. Und da sagt mir noch mal jemand, Deutschland wäre ja gar nicht so wahnsinnig bürokratisch – das IST es!

Ach ja, den BAföG-Antrag hatte ich ja ganz vergessen. Der schlimmste von allen. Na dann, Prost Mahlzeit, ich werde mich dann mal durch diverse Papierstapel kämpfen. Ich hoffe, ich komme da Lebend wieder raus!

19
Okt
09

Auf der Suche nach neuer Unterkunft.

So ein Aufwand, das hätte ich ja nie gedacht. Obwohl es jeder schon vorher prophezeit hatte. Aber da muss man ja nicht wirklich drauf hören, ich meine, die wollen einen doch bloß einschüchtern. Tja, inzwischen denke ich da anders… denn es hat sich bewahrheitet. Es ist ziemlich ernüchternd, eine neue Wohnung zu suchen. Nicht nur verdammt teuer ist diese Stadt, sodass man Probleme hat, eine Wohnung für unter 300 € pro Person (und sie sollte natürlich nicht zu verschimmelt sein…) zu finden. Nein, dann heißt es auch noch regelmäßig, dass WGs unerwünscht sind. Hallo? Das hat schon etwas von Diskriminierung, findet ihr nicht? Die armen kleinen Studenten werden immer schlechter behandelt. Sie haben weniger Rechte als ganz normale Normalverdiener. Sie haben zwar auch mehr Rechte als zum Beispiel Schüler, bekommen dafür aber meistens weniger Rabatt (etwa im Kino, Theater etc.). Aber es geht jetzt und hier gar nicht mal darum, dass Studenten benachteiligt werden. Sondern darum, dass München in Bezug auf Wohnungen sehr Studentenunfreundlich ist. Denn selbst wenn mal eine Wohnung “WG-geeignet” ist, muss nur ein halbwegs seriöser Verdienender oder noch besser Arbeitsloser daher kommen, und schon wird man als Student wieder abgeschrieben. Ist doch albern, sowas…

Gut, eventuell ist es auch einfach nicht so intelligent, zu Semesterbeginn eine Wohnung zu suchen, aber das tut ja jetzt mal überhaupt nichts zur Sache. Denn Fakt ist, dass München viel zu wenig freie Wohnungen für die immer weiter wachsende Zahl an Studenten hat. Und es kann sich halt nicht jeder leisten, im Monat 500 € für eine Wohnung auszugeben…

So sitzt man also mehr oder weniger täglich am PC, durchforstet das Internet und macht ab und zu sogar einen Besichtigungstermin aus. Und da geht man dann natürlich auch hin, ist ja für einen guten Zweck, da kann man seine Zeit ruhig auch mal für opfern. Und dann melden sich die Makler/Vermieter nicht mehr. Gut, das war ja fast zu erwarten, trotzdem ist sowas tierisch nervig. Und so sind wir jetzt schon seit einigen Wochen auf Wohnungssuche, ohne wirklich Fortschritte zu machen.

Aber mal sehen, was kommt…

16
Okt
09

Monotonie

Wenn man zu dieser Zeit aus dem Fenster schaut – und ich meine nicht die Uhrzeit, ja nicht einmal unbedingt die Jahreszeit – dann erblickt man, wo man auch hinsieht, Monotonie. Die Natur erscheint zu dieser Zeit in langweiligen Grautönen unter die sich nichtssagendes, mattes Grün mischt. Nieselregen oder gar Schnee verstärken den Eindruck der Langeweile, der fast schon bedrückend wird und uns dazu bringt, doch lieber mal zu Hause zu bleiben. Ins Nasskalt der Natur mischen sich die Leute, welche zumeist so wunderbar in dieses Bild zu passen scheinen. Gesenkte Köpfe, nichtssagende, graue Gesichter, unauffällige Klamotten, so eilen sie durch den Tag, trotz all der Monotonie gestresst. Und man selbst steht als Teil in dieser Masse. Es ist fast so, als wäre die ganze Welt auf schwarz-weiß gestellt, man selbst als einziger – wenn überhaupt – in Farbe. Doch leider lässt sich nichts daran ändern. Und zunächst wird diese Monotonie auch leider monoton steigend sein, bevor irgendwann vielleicht dann doch wieder etwas Farbe ins Leben kommt, die Menschen wieder fröhlicher und die Natur wieder bunter wird.

Doch bis dahin heißt es durchhalten und nicht im Meer aus Monotonie ertrinken.

16
Okt
09

Vorweihnachtszeit

Passend zum Schnee, der dieser Tage schon etwas verfrüht im Jahr auf die Köpfe und Dächer Münchens rieselt und inzwischen sogar schon ein wenig liegen bleibt – zumindest auf der Kastanie, die ich sehe, wenn ich aus meinem Fenster blicke – läuten in manchen Geschäften jetzt die Glocken der Vorweihnachtszeit, wie der Schnee – wie ich finde – eindeutig zu früh. Dabei war der erste Christbaumschmuck bei Tschibo (der Prospekt wird regelmäßig geschickt…) schon vor zwei Wochen im Angebot. Vor zwei Wochen. Das war Anfang Oktober, oder etwa nicht? Ich meine, nur für den Fall, dass ich da was falsch verstehe. Anfang Oktober?! Christbaumschmuck?! Also Leute, Konkurrenzkampf in allen Ehren, aber DAS ist ja nun wirklich ein bisschen zu viel des Guten. Und außerdem geht es auf Kosten des normalsterblichen Durchschnittsbürgers, der sich dagegen nicht wehren kann – zum Beispiel mich. Das ist doch geschmacklos. Weihnachten… Anfang Oktober. Also bitte Leute, wer kauft denn schon 2,5 Monate im vorraus Christbaumschmuck und Co.? Mal im Ernst Leute, ich bin ja nicht überempfindlich oder so. Wir werden inzwischen immer früher daran erinnert, dass das Ende des Jahres immer näher kommt und somit denken wir, dass die Zeit immer schneller vergeht – obwohl dem natürlich überhaupt nicht so ist. Ist das irgend ein neuer Marketing-trick einer Bestattungsfirma? Es reicht doch eindeutig, das ganze einen Monat vor Weihnachten ins Angebot zu stellen, dann hat der Name “Vorweihnachtszeit” auch eine Berechtigung. Ein Monat, rechnet das mal, ist nicht so schwer, das macht den 24.11. und nicht Anfang Oktober! Und trotzdem sollte selbst der langsame, voraussehende Planer genug Zeit haben, alles Nötige zu besorgen. Ein Monat würde doch völlig reichen. Aber stattdessen nähern wir uns immer mehr dem Zustand, wo es sich nicht mehr lohnen wird, den Christbaum wieder abzubauen, weil Anfang März sowieso schon wieder die Vorweihnachtszeit beginnt. Abartig. Wirklich abartig. Nicht, dass ich etwas gegen Weihnachten hätte, aber doch nicht das ganze Jahr! Und der Schnee könnt sich auch noch mal für einen Monat verziehen!

Ach sagt mal, wo wir gerade darüber reden, gibt es schon Schoko-Osterhasen? Ich brauch da immer ein bisschen Zeit der Planung…

15
Okt
09

Wenn Hobbys zur Arbeit werden…

Tjaa, so kann es gehen… Den ganzen Tag hat man zu tun, vernachlässigt seine Hobbys – und dann, kurz bevor man dann irgendwie doch mal langsam den verdienten Schlaf abholen will, klopft jemand von innen an die Stirn. Es klopft ganz leicht, nicht stark genug um zu schmerzen, aber doch stark genug, um nicht ignoriert werden zu können. Und man weiß natürlich, was dieses Klopfen zu bedeuten hat. Man fühlt sich schuldig. Es ist eine Art Schuldbewusstsein, die einem an das vernachlässigte Hobby erinnert.

Das schöne an einem Hobby ist ja die Freiheit. Man muss das Ganze nicht machen, wenn man gerade keine Lust darauf hat, darum ist es ja ein Hobby. Aber trotzdem fühlt man sich schlecht, wenn man mal einen Tag nicht dazu gekommen ist, sei es, weil man tatsächlich einiges um die Ohren hatte, oder weil man einfach nur gemütlich und faul war – was ja auch nicht schlecht sein muss, wie gesagt ist man schließlich einem Hobby gegenüber nicht viel schuldig. Es sollte also eigentlich kein Problem geben, nur machen wir uns eben eins. Völlig unnötige Unsicherheit bringt uns dann dazu, uns doch noch kurz hinzusetzen und unser Gewissen zu beruhigen, indem man dem Hobby ein paar wertvolle Minuten widmet.

Doch dabei kommt dann oft das eigentlich Problem zu Tage: man würde zwar gerne, um sich zu beruhigen und danach besser zu fühlen – aber es geht einfach nicht. Die Kreativität ist schon schlafen gegangen oder versteckt sich hinter der Faulheit, auf jeden Fall ist sie im Moment nicht zu greifen. Das wäre ja normal noch ein Grund, das Hobby einfach für den Tag sein zu lassen, aber das geht ja nicht, haben wir ja schon festgestellt. Denn dann kommt wieder das Gewissen und klopft uns von innen an die Stirn. Und ignorieren kann man das nicht. Wenn man es doch versucht, wird das Klopfen irgendwann schmerzhaft. Also, doch nochmal die Kreativität ankurbeln, den letzten Saft rauspressen, quetschen was geht. Ein bisschen voran kommen. Es muss ja nicht viel sein. Nur ein kleines Ergebnis, dafür braucht man ja wohl nicht viel Kreativität! Also, nochmal aufgerafft, die Kreativität gekitzelt und nach zehn Minuten der Arbeit (zu welcher das Hobby in diesem Moment tatsächlich wird) geht es dann aber ab in die Heia! Am nächsten Tag, wenn man sich dann wieder ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, kommt einem dann allerdings sehr häufig das Grauen. Zu wenig Kreativität gepaart mit zu viel Eile führen eben zu nichts…

Ich zum Beispiel habe heute den ganzen Tag nichts geschrieben. Was mich nun zu diesem Artikel bewegt. Bei mir ist aber nicht mein (nicht sehr ausgeprägtes) Gewissen schuld, sondern der kleine Kalender, der das heutige Datum weiß zeigen würde, wenn ich nicht doch noch etwas schreibe. Das ist ganz tragisch, ich finde den Effekt nämlich toll, dass die Daten, an denen ich etwas veröffentlicht habe, rot sind und wieder weiß werden, wenn man mit dem Cursor darüber geht. Und darum kommt es auch nicht in Frage, den Kalender von der Seite zu löschen, nur um in Zukunft solche Debatten über Untätigkeit zu vermeiden – es geht ja um den Effekt. Und darum ist dieser Kalender ganz tragisch. Aber der Grund ändert nichts an der Sache (was im Übrigen recht häufig der Fall ist). Denn das Hobby verliert seinen Sinn, wenn man es zu einer Pflicht macht.

Aber immerhin habe ich jetzt trotzdem um die 550 Wörter geschrieben, ohne etwas zu sagen – vielleicht sollte ich doch nochmal darüber nachdenken, Politik zu studieren.

PS: Aus gegebenem Anlass werdet ihr diesen Artikel garantiert NICHT in der Kategorie Kreativität! finden.

14
Okt
09

Schnee im Sommer!

Und auf ein neues wurde ich heute von meinem direkten Umfeld auf eine harte Glaubensprobe gestellt. Doch diesmal hatte es direkt etwas mit Mutter Natur zu tun, die offensichtlich Gefallen daran fand, ihren Spaß mit mir zu treiben. Hatten wir letzte Woche noch einen Tag mit 27° Celsius und somit rekordverdächtige Temperaturen dafür, dass immerhin schon Oktober ist, bot sich mir heute morgen, als ich noch im Halbschlaf aus dem Badezimmerfenster in den Morgen blinzelte, ein ganz anderes Bild: Schnee im Sommer. Ich dachte mir noch, das ist aber komischer Regen heute, als es mir dann kam: echter Schnee. Im Oktober. In München. Die spinnen doch! Da soll mir nochmal jemand mit Klimaerwärmung kommen, ich fass es ja echt nicht! Ich meine, Winter schön und gut, aber dürfte ich mich wenigstens darauf vorbereiten? Winterkleidung auspacken und so? Wird der Herbst dieses Jahr einfach völlig übersprungen? Das ist ja auch nicht wirklich sozial, ich meine der hat doch auch ein Recht auf seine 3 Monate! Stattdessen war es jetzt bis zuletzt sommerlich und urplötzlich schneit es, da kommt doch mein ganzer Biohaushalt durcheinander! Der Herbst war ja schon immer so ein Außenseiter unter den Jahreszeiten. Keiner mag ihn, und jetzt wird er einfach direkt abgeschafft, ist auch besser so für die Touristik. Sommersaison vorbei, machen wir gleich weiter mit dem Winter. Armer Herbst! Gut, Schnee ist auch nicht schlecht, man kann Snowboarden gehen und andere Wintersportarten machen, aber die Skisaison schon im Oktober zu eröffnen (so wie es in Oslo der Fall ist) macht mir definitiv Angst. Und hinzu kommt ja noch, dass die meisten Bäume nicht mal ihre Blätter verloren haben, ja, viele sogar noch grün sind! Das ist doch der eindeutige Beweis für einen übereilten Wintereinbruch, der sollte vor jedem Gericht standhalten. Das ist eine eindeutige Verschwörung! Und der Herbst ist wie immer der, der das ganze dann ausbaden muss.

Naja, dann mach ich mir jetzt eben einen Tee, ziehe mir Handschuhe und Mütze an, gehe hinaus und genieße das Schneegestöber. Das waren meine Gedanken. Aber so leicht ist das natürlich auch nicht. Es scheint irgendwie, als hätte sich Mutter Natur doch noch nicht ganz dazu durchgerungen, den Winter einzuläuten. Vielleicht ist ja doch noch ein Fünkchen Vernunft in ihr. Denn Schneegestöber wäre auch definitiv übertrieben. Und das ist ein Umstand, der die ganze Sache nochmal schlimmer macht. Ich meine, es schneit schon ganz gut, aber ans liegenbleiben denkt der Schnee gar nicht. Der Boden ist ja auch logischerweise noch viel zu warm! Und so haben wir so ein Zwischending und können dagegen auch nichts machen. Ganz große Klasse, gut gelungen!

Gut, immerhin besser als dieser ständige Regen…




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