Archiv für Oktober 2009

30
Okt
09

Das Ende naht.

Die lange Suche hat schließlich ein Ende. Am Sonntag werde ich zusammen mit zwei weiteren Verrückten in mein neues zu Hause ziehen und dort dem Studentenleben frönen. Nach langer, ernüchternder und anstrengender Suche haben wir nun endlich eine Wohnung gefunden die sogar bezahlbar ist. Die Suche war im Übrigen auch der Grund, warum ich die Dreistigkeit besaß, letzten Donnerstag keinen Artikel zu schreiben. Ich war einfach zu sehr mit Wohnungen beschäftigt. Das durch die für München recht unterdurchschnittliche Miete gesparte Geld wird dann zwar in Bücher fließen, aber so ist das halt als Student…

Aber ich will jetzt auch gar nicht wieder anfangen, zu meckern. Diesmal ist die Nachricht die ich für auch habe ja durchaus positiv (ich habe gemerkt, dass das in letzter Zeit eher selten war, was mir natürlich aufrichtig Leid tut, aber ich kann ja nichts dafür ;) ).  Es wird jetzt also noch ein wenig stressig mit dem Umzug, aber uns Studenten kann man das ja zumuten – wir haben ja Zeit. Mal sehen, wie es wird, ich bin schon ganz aufgeregt und es kribbelt schon ganz dolle. Drum werde ich mich jetzt auch ans packen machen.

Einen schönen Abend euch noch, euer Puppenspieler.

29
Okt
09

Die Versuchung…

Manchmal überlegt man es sich schon zwei Mal, ob man etwas macht. Man will es eigentlich tun, weiß aber, dass es negative Konsequenzen haben wird. Und doch will man es nicht missen. Man kann der Versuchung nicht widerstehen. Versuchung… Das ist ohnehin das Sinnloseste, was je erfunden wurde. Wozu braucht man denn sowas? Ich meine, was ist so toll an der Versuchung? Das Leben wäre oft viel einfacher ohne sie. Aber bitte, irgendjemand hat sich gedacht, Versuchung ist top, und jetzt haben wir sie am Hals. Ganz großes Kino. Ich bin ja eigentlich nicht so, ich beschwere mich auch sehr selten (wer öfter mal hier durchschaut kann das durchaus bestätigen). Aber manchmal ist es einfach angebracht. So wie in diesem Fall. Und darum mach ich es hiermit.

Versuchung, du seist zurecht gewiesen! So, das hat gesessen, die meldet sich so schnell nicht wieder. Dann kann ich endlich beruhigt schlafen.

28
Okt
09

Noch müde blinzelst du aus dem Fenster. Es ist dunkel. Leicht ruckelnd fährt die U-Bahn ihren Weg. Monoton wie eh und je dringt das Geräusch der Räder kaum noch in deine Ohren. Dein Blick ist leer. Doch hinter deiner Stirn toben die Gedanken und jagen sich in einem wahnsinnigen Teufelskreis selbst. Doch man erkennt es nicht. Wie jeden Morgen sitzt du nur dort, den Blick starr aus dem Fenster gerichtet. Noch im Halbschlaf. Und doch nicht zu müde, um nicht zu denken. Und es ist wie jedes Mal weder angenehm, noch irgendwie besonders. Genau genommen sind auch die Gedanken nur leere Hüllen. Und dann schaust du auf. Und du siehst auch nichts anderes. Nur leere Hüllen. Alle müde, so wie du. Alle sonst wo mit ihren Gedanken, so wie du. Und alles kaputte Gestalten. Oder die meisten.

Die Bahn wird langsamer und hält. Ein alter Mann steigt ein. Er setzt sich zu dir. Und schaut dich an. Sein Blick durchdringt dich und blickt dir bis auf den Boden der Seele. Er sieht alles, und du merkst das. Dann lächelt er. “Steh auf!” Sagt er. Und dann geht er wieder.

27
Okt
09

Nun ist er doch noch gekommen…

An manchen Abenden, ganz bestimmten von der Art her, also ich meine die Stimmung, unter anderem, da fühlt man sich irgendwie ganz komisch. Also nicht körperlich, also dass man krank wäre oder so, das meine ich gar nicht, nein, es ist mehr so was sentimentales (ja, ich weiß, das klingt jetzt irgendwie fürchterlich – naja, lassen wir das), man fühlt sich einsam, ganz speziell, auf eine Art und Weise. Liegt es am Wetter? An der Jahreszeit? Denn nachdem sich der Herbst nun doch entschieden hat, auch in München nochmal kurz vorbei zu schauen, sind einige Leute schon irgendwie – anders – als sonst. Andauernd bläst irgendjemand Trübsal, es ist schon fast anstrengend. Dabei, habe ich mir gerade sagen lassen, ist Herbst eine sehr schöne Jahreszeit. Ich weiß auch nicht so genau, warum, ich finds eher ein bisschen grau und trist, aber das ist schließlich eine sehr subjektive Einschätzung… trotzdem hat natürlich der Herbst auch gute Seiten und ich wäre sehr inkonsequent, wenn ich ihn jetzt nicht ein bisschen in gutes Licht rücken würde. Also, der Herbst ist schon mal sehr bunt – sagt man zumindest. UND er läutet den Winter ein und der ist ja bekanntlich sehr toll. So, das reicht jetzt aber auch wieder, man soll ja nicht übertreiben.

Also immer schön dran denken, kein Trübsal im Herbst, das ist eine sehr schöne Jahreszeit. Und Trübsal ist eh total unnötig. Womit wir wieder bei sinnvoll und sinnlos wären. Aber das würde jetzt zu weit führen.

26
Okt
09

Die guten alten Zeiten…

Jaja, da sitzt man jetzt, ist seit kurzem erst Student, aber schon jetzt denkt man in einer Art wehleidigen Nostalgie zurück an die Zeit, in der man noch unschuldig und jung in der Schule saß… kein Stress,keine Sorgen, man musste sich um nichts kümmern. Hin und wieder lernen, aber meistens war es doch eine Zeit des Genusses – Party, Spaß, ihr wisst schon, was ich meine. Und es hat einem jeder gesagt: genieß es, es wird das letzte Mal sein. Aber geglaubt hat man es dennoch nicht.

Und nun ist man Student, man ist auf einmal furchtbar erwachsen – oder zumindest erwartet man es von uns. Man muss sich um alles mögliche kümmern – Wohnung, diverse Anträge, aber auch Übungen – alles muss man selber erledigen. Und auch all die netten Leute aus der guten alten Schulzeit sind auf einmal furchtbar beschäftigt (ich zähle da natürlich nicht rein, ich hatte ja noch nie Zeit, bin ja schließlich autistisch veranlagt, gell Schwesterchen?). Und obwohl alles doch recht gemächlich losgeht, hat man plötzlich ganz fürchterlich viel zu tun – und da sag mir nochmal jemand, dass das Studentenleben toll sei *Kopfschüttel*. Und so sitzt man des Abends nach einem – selbstredend sehr anstrengendem Tag – zu Hause und muss sich trotzdem noch um tausend Dinge kümmern. Aber dafür sind wir jetzt Studenten. Und denken doch sehnsüchtig zurück. Ist das nicht Ironie? Und so wird man auch die Zeit als Student eher gestresst hinter sich bringen, um sich danach zu fragen, warum man die Zeit nicht mehr genossen hat, immerhin hat man dann nicht mehr die Chance dazu.

Also immer schön im Hinterkopf behalten: Heute sind die guten alten Zeiten von Morgen. Also nicht aufregen, sondern erstmal entspannen. Ist bestimmt besser, als sich so unnötig zu stressen, studieren kann man ja schließlich immer noch in späteren Semestern.

25
Okt
09

Etwas übertrieben!

Also das ist ja mal wieder der Wahnsinn. Ich habe gemerkt, dass ich mich in letzter Zeit etwas sehr viel aufrege. Aber es muss sein. Egal wie schlecht es vielleicht für meine Nerven ist (und das ist es ganz bestimmt). Aber manchmal geht es nicht anders. Auch wenn ihr jetzt ein schlechtes und natürlich total falsches Bild von mir habt – eigentlich bin ich ja ein ganz Lieber. Aber irgendwann ist es auch einfach wieder genug, findet ihr nicht? Ich meine, mal ganz ehrlich, mit ich Krösus? Da schaut man nichts ahnend in der Buchhandlung seines Vertrauens (dessen Namen ich jetzt aus werbetechnischen Gründen nicht nenne – wenn ich sowas mache, dann will ich auch Geld dafür) und dann muss man feststellen, dass Bücher immer teurer werden – und zwar nicht nur ein bisschen. Ganz schlimm ist es bei Studienbüchern. Die Dinger kosten zum Teil schon mehr als ein neuer Computer. Gehts noch? Also ganz im Ernst, wenn ich für ein einziges Buch 400 € zahlen soll hört der Spaß doch auf. Ich boykottiere dieses Buch, ich werde es mir nicht kaufen, allein schon deshalb, weil ich sowieso keine Zeit haben werde, es zu lesen. Geschweige denn, daraus zu lernen…

Da wird man echt arm, bei sowas, da hilft einem nicht mal das BAföG, welches ohnehin nur spärlich verteilt wird. Und die Studenten sind mal wieder die blöden. Aber das hatten wir ja schon.

Also, ich geh dann mal sparen…

24
Okt
09

So was von unnötig…

Also mal ehrlich, Motivation und so ist ja in Ordnung, aber man kann das auch echt übertreiben… Grad eine Woche in der Uni und schon gibts ein Seminar – am Wochenende! Und einen Vortrag muss ich auch noch machen dafür, ja sag mal, gehts noch? Mal ehrlich, da nimmt man den Neuankömmlingen doch gleich alle Lust zum studieren, der ganze Spaß, die Vorfreude, alles weg. Ein bisschen Zeit könnte man uns schon lasse, ich mein, wir sind doch alle noch total in der “ich muss nichts tun”-Stimmung, und dann gehts gleich so los, da fliegt doch gleich mal die Hälfte wieder raus! Und dann auch noch sowas unnützes, nicht mal spannend oder so. Vortragstechniken, also bitte. Ein wenig enttäuscht bin ich ja schon. Mein Sonntag ist auf jeden Fall mal hinüber.

So, genug, ich geh schmollen.

Wenn ihr mich braucht, ich bin nicht da. Euer Puppenspieler.

23
Okt
09

Offizielle Entschuldigung

So, jetzt hab ich den Salat. Genau das habe ich gemeint, als ich schrieb, dass es zu einem echten Problem werden kann, wenn das eigene Hobby zur Pflicht wird. Einen Tag habe ich nicht die Welt an meinen geistreichen Gedankengängen teilhaben lassen und schon fühlen sich einige besonders empfindliche Seelen (ohne das jetzt in irgend einer Weise negativ zu meinen) enttäuscht von mir. Es tut mir ja unendlich Leid, dass ich keine Maschine bin, die auf Knopfdruck seitenweise Text sinnvollen Inhalts ausspuckt. Mir kam halt etwas dazwischen. Ja, ich weiß, eine blödere Ausrede gibt es nicht (außer “Ich war gerade den Müll raustragen”, wie ich mir sagen ließ) aber es war dieses Mal tatsächlich so (vielleicht lest ihr ja demnächst sogar über meine wahnsinnig wichtigen Beschäftigungen, die ich so getrieben habe, statt zu schreiben). Besonders geht diese Entschuldigung an den Brausebär und die freie Dimension (mal wieder, ich glaube, die will hier nur eine besondere Stellung haben oder so was), denen das Fehlen eines Artikels gestern wohl sehr zugesetzt hat.

Ich hoffe, dass diese Entschuldigung angenommen und nicht veräppelt wird (ich bin da wirklich empfindlich), da sie ja sehr ernst gemeint und durchaus mit sehr viel Herzblut geschrieben wurde. In diesem Sinne, ich werde mein Bestes tun, in Zukunft nach Möglichkeit einen solchen Lapsus zu vermeiden (auch wenn das wohl kaum zu schaffen sein wird).

Demütigst und mit tiefstem Reuegefühl, euer Puppenspieler.

23
Okt
09

Was die Wiener so treiben…

Jaja, irgendwie belächelt man als Deutscher ja immer mal wieder gerne die Österreicher. Egal, ob man es nach außen hin zu gibt, oder nicht, eine leichte Überheblichkeit ist mindestens da. Genauso wie übrigens umgekehrt. Nun ja, vielleicht haben die Österreicher auch mehr Recht auf uns herab zu blicken, immerhin liegt ihr Land ja höher – aber mal Scherz beiseite und ganz ernsthaft: manchmal sollte man sich wirklich überlegen, ob das was der jeweils andere veranstaltet eventuell doch hin und wieder sinnvoll ist. In diesem speziellen Fall meine ich die Studentendemonstration in Wien, die zur Zeit (beziehungsweise seit gestern) statt findet. Ich meine nicht, dass ich diese Aktion unbedingt gut heiße (ehrlich gesagt bin ich mir da noch nicht so sicher), aber dazu später.

Hier erstmal die Fakten: am Vormittag des gestrigen Tages begann eine Demonstration von Wiener Studenten und vereinzelten Professoren gegen die bestehenden Studienbedingungen (laut eigenen Angaben ginge es vor allem um Studiengebühren, sowie die Abschaffung von Konkurrenz und Leistungsdruck sowie Aufnahmeprüfungen u.v.m.). Gestartet war die Aktion vor der Votivkirche, wurde dort aber gegen 12.30 Uhr von der Polizei aufgelöst. Daraufhin zog die Gruppe zum Audimax welchen sie dann um ca. 13 Uhr besetzten – für über 24 Stunden. Zu Beginn waren es ungefähr 1000 Demonstranten. (Quelle: OÖNachrichten)

So viel zu den Fakten. Und was sollen wir jetzt davon halten? Ich meine, in Deutschland gab es ja auch schon diverse Demonstrationen gegen Studiengebühren, für bessere Bildung etc., aber was hat es gebracht? Richtig, nichts. Ich will nicht sagen, dass eine Demonstration sinnlos wäre, nur weil sie nichts erreicht – und immerhin hat die in Wien Aufmerksamkeit erregt. Aber es geht mir auch gar nicht um Demonstrationen als solche, sondern vielmehr um den Inhalt. Abschaffung der Aufnahmeprüfung? Freie Masterzugänge? Tut mir Leid, aber einen wirklich großen Sinn kann ich im Moment nicht dahinter entdecken. Natürlich sollte jeder Mensch ein Recht darauf haben, seine Fähigkeiten zu entfalten, da habe ich auch nichts dagegen, das spreche ich auch niemandem ab. Aber hat sich einer der lieben studentischen Demonstranten mal Gedanken gemacht wie ihr Audimax ohne Aufnahmeprüfungen aussähe? Richtig, etwas überfüllt. Würde man versuchen dieses Problem zu verhindern bliebe noch die Möglichkeit “Wer zuerst kommt…”, was wiederum eine gewisse Ungerechtigkeit bürge, nicht?

Da finde ich andere angesprochene Punkte schon wesentlich sinnvoller, beispielsweise die Forderung nach genug Studienplätzen für alle – dann können wir auch nochmal über die Aufnahmeprüfungen reden. Auch unabhängige Lehre und Forschung sind nicht zu vernachlässigende Punkte.

Insgesamt jedoch bin ich mir bei dieser Demonstration noch unschlüssig. Ich denke, die Österreicher sollten sich einfach an ihr Bakkalaureats-System gewöhnen. Internationaler Standard und so. Hat man doch in Deutschland auch und alle sind zufrieden. Zumindest die, die was zu sagen haben. Einfach nicht aufregen, lautet die Devise.

Augen zu und durch. Es wird schon werden.

21
Okt
09

Murphy is your friend!

Ihr kennt sicher alle Murphy. Er ist ein ganz netter Kerl, man kann sich auch echt gut mit ihm unterhalten, aber er hat natürlich auch eine Kehrseite. Und die kennt ja auch jeder. Murphy ist dafür verantwortlich, dass die andere Spur schneller ist, er ist dafür verantwortlich, dass es genau dann anfängt zu regnen, wenn man den Fuß vor die Tür setzt, all das. Und jeder hat ihn schon mal deswegen verflucht. Ich meine, das ist ja schließlich nicht sein Bier, warum mischt er sich denn bitte ein? Aber so ist er nun einmal und man wird sich wohl daran gewöhnen müssen. Man fährt auf jeden Fall besser, wenn man ihn sich zum Freund macht und über seine kleinen Witzeleien nur lacht, statt sich mal wieder aufs Neue aufzuregen.

Allerdings ist das manchmal leichter gesagt, als getan. Erst heute musste ich wieder feststellen, dass Murphy allgegenwärtig ist. Und egal, wie gut es dir gerade geht – Murphy wird schon dafür sorgen, dass dir das wieder vergeht. Ich bin diese Woche schon 6 mal S-Bahn gefahren. Die ersten fünf mal hatte meine S-Bahn, wie man es inzwischen auch gewohnt ist, Verspätung. Und zwar zwischen 5 und 15 Minuten. Währenddessen waren die anderen S-Bahnen, soweit ich das beurteilen kann, pünktlich. Naja, da spürt man schon Murphys Atem. Aber es geht sogar noch weiter. Als ich heute den Heimweg antrat erwischte ich die U-Bahn genau so, dass ich, sollte beides pünktlich sein, meine S-Bahn um eine Minute verpassen würde. Da kann ja dann ein bisschen Verspätung nicht schaden, dann erwischt man die Bahn sogar noch, so dachte ich. Und unwahrscheinlich war es ja auch nicht, nachdem sie bis dato 5 von 5 Malen Verspätung hatte. Aber – und ihr werdet es sicher schon erraten – kam die S-Bahn natürlich genau pünktlich und so verpasste ich sie. Die nächste hatte wieder Verspätung…

Man spürt hier nun ganz deutlich den Einfluss, den Murphy inzwischen sogar schon auf die MVV ausübt, es ist fast unfassbar. Doch man kann es nicht ändern. Murphy ist unser Freund. Und sollte doch mal etwas schief gehen? “Don’t cry, say fuck you and smile!”…




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